Millionengagen für Filmschauspieler. Selbst den verwöhntesten Opernstars geht es heute nicht so gut wie den Größen der Kinobühne. So ist jetzt, wie wir erfahren, dem populären, zurzeit im Berliner Wintergarten auftretenden Pariser Filmschauspieler Max Linder, bekannt aus seinen komischen Szenen, von zwei deutschen Filmgesellschaften ein Millionenangebot gemacht worden. Linder, der für die nächsten drei Jahre einen Vertrag mit der großen Pariser Firma Pathé Frères abgeschlossen hat, die ihm für diesen Zeitraum eine Gage von einer Million Francs sichert, wofür er jährlich in fünfzig Kinoszenen aufzutreten hat, soll jetzt der deutschen “Verfilmung” zugänglich gemacht werden. Zwei deutsche Gesellschaften haben heute Linder das Angebot gemacht, ihm für drei Jahre 1 ½ Millionen Francs und gleichzeitig für ihn die Konventionalstrafe bei seinem Pariser Hause zu zahlen. Der Künstler wird nun versuchen, seinen bisherigen Kontrakt zu lösen. (Berliner Tageblatt, 7.12.1912)