Max Linder kommt wieder. Lange, ehe man etwas von Chaplin und andern jetzt in aller Munde lebenden Filmgrößen wußte, war der französische Filmkomiker Max Linder ein Liebling des Filmpublikums in der ganzen Welt. Sein deutsch klingender Filmname ist irreführend; er heißt im bürgerlichen Leben Gabriel Leuvillo. Während des Krieges hat man nichts von ihm zu sehen bekommen, so daß er allmählich aus der Erinnerung des Publikums schwand. Man hörte, er sei gefallen; seine Freunde in der Welt betrauerten seinen Verlust. Das Gerücht hat sich aber nicht bewahrheitet. Linder ist im Krieg verwundet worden und hat lange schwer darniedergelegen, ehe er wieder zu Kräften kam. Vor einem Jahre reiste er nach Amerika, wurde dort von Robertson-Cole verpflichtet und hält sich gegenwärtig in Beverly Hills auf, der bekannten kalifornischen Filmstadt. Mit einem von ihm selbst geschriebenen Fünfakter „Sieben Jahre Unglück“ gedenkt sich Linder nun der Welt wieder vorzustellen. (Berliner Volks-Zeitung, 1.6.1922)