Max Linder.

 

   Der König der Kinematographenschauspieler, ist bekanntlich bei der Verteidigung von Lüttich tödlich verunglückt. Den Birsh. Wed. [=Birshewõia Wedomosti] zufolge stammte Max Linder, der eigentlich Markus Goldstein hieß, aus Rußland, und zwar aus dem Guvernement Radom. Wie seine Vorfahren, gehörte auch der Vater Max Linders Aaron Goldstein einer jüdischen Wandertruppe an. Vor einigen Jahren siedelte er ins Ausland über, wo er eine bleibende Stätte am jüdischen Theater in Antwerpen fand. Hier, in Antwerpen, wurde Max Linder vor sieben Jahren von der bekannten Kinematographenfirma “Pathé” entdeckt. Ein Bruder Max Linders, mit Namen Ossip Goldstein, ist in den Reihen der russischen Armee verwundet wor[den] und befindet sich zurzeit in einem Moskauer Hospital. (Libausche Zeitung, 16.10.1914 [russ. Kal., 3.10.14])

 

 

 

 

 

 

 

   Max Linder lebt. Der Golos Moskwy veröffentlicht folgenden Brief Max Linders aus Paris: “Aus den Uebersetzungen der in Rußland erschienenen Artikel habe ich erfahren, daß sich unter den Verwundeten der russischen Armee irgend jemand befindet, der sich für ein Mitglied meiner Familie ausgibt. Ich protestiere gegen diese Artikel und bitte Sie, in den Blättern, die diese Mitteilungen gebracht haben, folgendes zu veröffentlichen. Ich habe zwei Brüder; doch sie sind ebenso wie ich Franzosen und dienen gegenwärtig in der französischen Armee. Wir stammen nicht von Juden ab. Alles dieses bringe ich zu Kenntnis meiner russischen Freunde. In der Erwartung, bald das Vergnügen zu haben, die russischen Waffenbrüder in Berlin zu treffen, bitte ich Sie, den Ausdruck meiner aufrichtigen Sympathie entgegenzunehmen. Es lebe Rußland! Es lebe Frankreich!

Max Lindner,

Freiwilliger der französischen Armee.

(Rigasche Rundschau, 30.11.1914 [russ. Kal., 17.11.14])