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St. Petersburg - 4. – 14.(?) Dez. 1913 - "Zon" [D] <<<

Moskau - 16. – 21. Dez. 1913 - "Zona" [D]

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Rigasche Rundschau, 16.12.1913 [russ. Kal.: 3.12.1913]:

 

 

Moskauer Brief.

 

[...]

   Max Linder! ja, diesen weltbekannten Allerweltsmann werden wir demnächst leibhaftig bei uns in Moskau begrüßen können. Mit größter Spannung erwartet die Bevölkerung der alten Zarenstadt das Eintreffen des Pariser Kinohelden! Die Billette zu den Vorstellungen sind schon alle vergriffen! Wie verlautet plant Max Linder auf den Moskauer Straßen einige seiner komischen "Sketchs" zu veranstalten und sich hierbei natürlich "kinematographieren" zu lassen. Somit steht Moskau am Rande der Unsterblichkeit! S. S.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rigasche Rundschau, 15.1.1914 [russ. Kal.: 2.1.1914]:

 

 

Aus dem Moskauer Leben.

Von Johannes Kordes.

 

 

   Moskau hat eine Woche lang im Zeichen Max Linders gestanden. Sein Triumph war unbeschreiblich; er wurde buchstäblich auf Händen getragen, mit Blumen überschüttet, seine graziöse Gestalt wurde von den Armen blonder und brünetter Bestien geradezu erdrückt. Zwei andere berühmte ausländische Gäste, die zugleich mit Max Linder in Moskau weilten, der große Emile Verhaeren und der kleine Wunderknabe Willi Ferrero erfreuten sich lange nicht desselben Triumphes, aber doch auch eines außerordentlichen Zuspruches. Jedenfalls konnte das leicht enthusiasmierte Moskauer Publikum in diesen Tagen so recht die Zügel schießen lassen und nach Herzenslust sich die Hände wund klatschen und die Kehlen heiser schreien....

   Natürlich ließ sich Max Linder bei seiner Anwesenheit auf Schritt und Tritt „kinematographieren". Bei seiner Ankunft, bei seiner Abfahrt, bei seinem Spazierengehen durch Moskaus Straßen — überall wurde die Kurbel gedreht, und nun kann man dreist sagen, daß die Spur von der alten Zarenstadt Moskau, dank Max Linder, nicht in Aeonen untergehen wird!

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