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Sketch C'est le Tango qui es la cause de ça

"arrivée au théâtre" 7 Filme

Weitere Titel: Liebe und Tango

mit Sketch basierend auf: "Pédicure par amour"

Szenario: Max Linder, Armand Massard - Musik: L. Logatti (Tango "El Irresistible") - Länge: ca.25 Min. - Interpreten: Max Linder; Georges Gorby; Louis Pré; Hilda May - UA: 30. August 1913 (Paris/ Alhambra)

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Die Hauptattraktion des Programms bildet jedoch Max Linder in einem Sketch, betitelt "Der Tango ist schuld daran"; dieser Sketch, in dem der populäre Filmschauspieler eine Probe seines komisch-dramatischen Talents und einer tadellosen Diktion gibt, ist an und für sich gerade kein Meisterwerk, findet jedoch beim Publikum dank dem flotten Spiel Max Linders und seiner Partner (Miss Hilda May, Gorby und Pré fils) enthusiastische Aufnahme. Erwähnung verdient die Art und Weise, wie er eingeleitet wird: nach längerer Pause und einigen beunruhigenden Ausrufen hinter dem Vorhang erscheint unter allen Anzeichen von Verlegenheit der Regisseur und teilt dem Publikum mit, Max Linder sei bisher von einer Autopartie nicht zurückgekehrt, seine Nummer müsse daher ausfallen, im übrigen sei die Direktion bereit, jenen, die darauf bestünden, das Eintrittsgeld zurückzuerstatten. Seinen Worten folgt unmittelbar ein Film, der Max zeigt, wie er sich vergebens bemüht, sein Auto auf der Landstraße in Gang zu bringen, wie er es schließlich im Stich läßt, auf ein Pferd springt und von diesem in einen eben aufsteigenden Luftballon, und sich von diesem in dem Augenblick an einem Seil herabläßt, da der Ballon über der Alhambra anlangt. Und nun sieht man ihn in persona am Seil von der Decke der Bühne herabklettern. Er ringt nach Atem, entschuldigt sich ob seiner Verspätung, verschwindet hinter der Leinwand, und der Akt beginnt ... Fr. Bondy.[=Fritz Bondy] (Das Organ der Variétéwelt, 6.9.1913)

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The Alhambra has reopened for its regular season. Max Linder is the headliner. He retains much of the act which has already helped him to so many laufs, tho there are modifications to suit the Paris public. The turn is opened by the stage manager, who appeared before the curtain to present the excuses of the management for the non-appearance of Linder. He had gone out to try out a new automobile, the manager said, and had not shown up since. Immediately a motion picture is thrown on the curtain. It shows Linder furiously trying to make an automobile go, but which balks his every effort. At last, however, he gets off, but only to have other humorous adventures galore. Finally he is seen climbing into a balloon in which he soars over Paris until he hovers just above the Alhambra Theater. Here he throws out a rope and begins to climb down from the basket; then, out of the flies, dangling on a rope, down upon the stage comes Linder, bedraggled, but on the job. Very much on the job is he. For now the real skit commences. Linder plays the part of a pedicurist who is trying to hide his identity from the husband of the woman he is making love to. Hilda May plays the part of the wife and M. Gorby, the husband, and the scene, where the latter has to undergo the torture of being pedicured by Linder is a scream. Then comes the Tango, Linder and Miss May dancing it exceptionally well together. (Billboard, Sep. 27, 1913)

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L'établissement si joli de la rue de Malte tient à son originalité; il la garde et il a bien raison car elle est d'excellent aloi. Alors que la plupart des grands «concerts» tendent à n'être plus qu'une combinaison entre le «promenoir» de la salle et le «défiloir» de la scène et une occasion pour ces dames de se montrer... l'Alhambra s'en est tenu à la formule anglaise du music-hall; spectacle le plus varié possible, rapide et amusant, avec une grosse attraction centrale. Pour sa réouverture, c'est Max Linder qu'elle a choisi, Max Linder qui s'appelle lui-même le roi du cinéma et qui n'a point tort; la suite des tableaux dans lesquels on le voit, pressé par l'heure, s'efforçant d'arriver au théâtre, mais rencontrant tous les obstacles classiques est fort originale. Il joue aussi et avec beaucoup d'entrain un «sketch» (puisque c'est le mot!) de sa composition, aimable prétexte à plusieurs tours de tango... Des gymnastes, un chanteur, deux danseurs anglais extraordinaires de flegme et d'endurance, un dresseur de coqs, de chevaux et de cochons sollicitent les bravos d'un public qui ne les leur marchande pas. - S.B. (L'Humanité, 1.9.1913)

 

Max and Hilda May entering Alhambra

Max Linder and his sketch-partner Miss Hilda May arriving at the

"Alhambra Theatre" [Excerpt from the 1914-film "Mari jaloux"]

 

 

 

mit Sketch basierend auf: "Coiffeur par amour"

Szenario: Max Linder - Interpreten: Max Linder; Georges Gorby; Ferral; Mary Mitchell - Auff.: 4. Dezember 1913 (St. Petersburg/ Teatre Zon "Sporting-Palas")* — Weitere Auff.: 16.12.13 (Moskau/ Teatre Zona); 24.12.13 (Kiew/ Tsirk); 31.12.13 (Odessa/ Gorodskom Teatre); 8.1.14 (Warschau/ Filharmonia)

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Erstes Gastspiel von Max Linder im Theater Sonn. Donnerstag den 21. November. Wer mit der Sensationslüsternheit des Publikums rechnet, verrechnet sich selten. Zu Tausenden waren die Menschen herbeigeströmt, den Riesenraum des Theaters bis auf das letzte Eckchen füllend und jeden Quadratzoll Bodens mit teurem Gelde bezahlend. Galt es doch, einen der populärsten Menschen unserer Zeit, den berühmten Kinematographenkönig Max Linder, endlich leibhaftig vor Augen zu sehen. Durch die minderwertige Vorstellung der nachgerade schon langweilig gewordenen "Lustigen Witwe" ist die Spannung im Publikum aufs äußerste gestiegen. Plötzlich erscheint vor dem Vorhang der Regisseur und meldet mit betrübter Miene, daß Max Linder ein Automobilunfall betroffen, daß die Vorstellung nicht stattfinden könne und das Geld an der Kasse zurückgezahlt werde. Schon will ein Sturm der Entrüstung losbrechen, da erhebt aber der Kapellmeister seinen Dirigentenstab, und die Entrüstung weicht einem überlegen ungläubigen Lächeln. Bühne und Saal werden plötzlich dunkel und endlich - endlich erscheint Max Linder auf der - Leinwand. Jammerschade, daß die Dunkelheit in diesem Augenblick keine physiognomischen Beobachtungen zuließ. Jedenfalls stand die Länge der Gesichter im Publikum in direkt proportionalem Verhältnis zur Länge des kinematographischen Bandes. Max Linder eilt in einem Auto zur Vorstellung, erleidet eine Panne, kramt sich schnell aus den Trümmern heraus, besteigt ein ledig stehendes Pferd, eilt weiter, stürzt, durchschwimmt ein Wasser, eilt zu Fuß weiter, erblickt einen Luftballon, der sich zur Fahrt erhebt, schwingt sich in den Korb, und wie der Ballon über dem Theater Sonn schwebt, läßt sich Linder an einem Strick auf dessen Dach herab. Plötzlich wird es hell, und an einem Strick gleitet nun der leibhaftige Max Linder auf die Bühne hinab. Der Uebergang vom Schein zur Wirklichkeit ist so frappant und so geschickt gemacht, daß ein kaum dagewesener Beifallssturm losbricht. Nachdem sich der Sturm endlich gelegt, entschuldigt sich Max Linder in gebrochenem Russisch seiner Verspätung wegen, der Vorhang geht auf und die Vorstellung der Burleske "Die Liebe und der Tango" beginnt. So eigentümlich es klingen mag, aber für mich war dies originelle und effektvolle Entree der interessantere Teil seines Auftretens. Schein und Wirklichkeit sind eben in ihren Wirkungen doch nicht identisch. Wer auf der Leinwand komisch wirkt, verliert mitunter, wenn es reale Formen annimmt, seine Komik und umgekehrt. Eklatante Beispiele dafür sind einerseits Warlamow, der auf der Leinwand einen großen Teil seiner Komik einbüßt, und andererseits Linder, der wiederum in der Wirklichkeit an Komik verliert. Was man im Kinematographen zuweilen kritiklos hinnimmt, das ruft im wirklichen Leben Kritik hervor. Im Reiche des Kinematographen ist Max Linder einzig, auf der Bühne aber dürfte er Konkurrenten haben. Er ist ein brillanter Exzentriker mit einer bis ins Maßlose gesteigerten Ausdrucksfähigkeit, die ihn geradezu für den Kinematographen prädestiniert, im Leben aber als zu starke Uebertreibung empfunden wird. Bewundernswert ist seine akrobatische und dabei doch hoch elegante Geschmeidigkeit und Geschicklichkeit, die aber mehr ins Variété als in den Rahmen eines Bühnenstücks hineinpaßt, wie bizarr es auch sein möge. "Die Liebe und der Tango" ist eine von ihm selbst, augenscheinlich für den Film bestimmt, zusammengestoppelte Burleske. Als Anbeter einer schönen, jungen Frau, wird er von ihrem eifersüchtigen Gatten überrascht und muß die Rolle eines "Coiffeur malgré lui" spielen, was natürlich eine Fülle der komischsten und unwahrscheinlichsten Situationen ergibt, die von ihm weidlich ausgenutzt werden. Zum Schluß tanzt er mit dem lieblichen und graziösen Frl. Mitchele einen Tango, der an Eleganz und Grazie bis jetzt in Petersburg unübertroffen dastehen dürfte. Der Erfolg war ein starker, und das Publikum amüsierte sich vorzüglich. Alfons Schultz. (St. Petersburger Zeitung, 6.12.1913 [russ.Kal.:23.11.13])

 

* Es bleibt ungeklärt, welcher Sketch während seines 2-wöchigen Gastspiels in Budapest ab 14. Nov. 1913 zur Aufführung kam. 'Pédicure par amour' wurde auch am 21. Dez. 1913 im TEATRE ZONA in Moskau und am 4. Jan. 1914 im GORODSKOM TEATRE von Odessa zusammen mit Mary Mitchell, George Gorby und Ferral aufgeführt. ― [* It's yet unknown, what sketch was played during his 2-weeks stay in Budapest, beginning Nov. 14, 1913. 'Pédicure par amour' was also shown on Dec. 21, 1913 at the TEATRE ZONA in Moscow and on Jan. 4, 1914 at the GORODSKOM TEATRE in Odessa, together with Mary Mitchell, Georges Gorby and Ferral.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Beschreibungen/Kritiken:

 

Max Linder in the flesh is acting in a novelty sketch at the Alhambra Music Hall. The piece is called “The Tango's the Cause of It All” and Max is the author. On the opening night the spectators were completely fooled by the announcement that Max Linder had not yet arrived and the management were unable to get into communication with him as he had gone out that morning to test a new auto. The dupe was cleverly worked and created quite an uproar in the house, cries of “give us our money back, it's a fraud, he's in the hall, it's a lie,” as well as whistling, came from all parts. The audience laughed heartily, however, when the moving pictures showed Max's troubles on the road. The Pathé photoplay comedian forsakes the auto for a horse and subsequently a balloon. In the last mentioned he is seen in the sky, over the Place de La Republique where the Alhambra is located. Max himself descending by the trailing rope to the stage brings the film part of the show to a close. Then follows a little farce with Max as the immaculate lover. There is a whirlwind finale with the energetic Max at his wildest. An amazing illusion at the finish sent the audience into a frenzy of delight, a remarkable contrast to the commencement of “The Tango's the Cause of It All.” (Moving Picture World, Sep. 27, 1913)

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The Alhambra was reopened Aug. 30, a day earlier than usual to catch the Sunday public. E. H. Neighhbour remains as resident director, and Joe Brook as stage manager. The Variety Theatres Controlling Co. has provided a good and full variety program. The appearance of Max Linder was awaited with interest - but he had already appeared in vaudeville in Paris, at the Olympia, about three years ago, when Marinelli and De Cottens introduced him in a revue. The moving picture actor now appears in a sketch, entitled “Tango Caused It,” in which Hilda May takes a part. The sketch is hardly original, but Miss May did fairly. Jean Clermant's burlesque circus does nicely; Carbrey Boys made good, and also the Craggs. (Variety, Sep. 5, 1913)