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Max joue le drame

Weitere Titel: Max als Tragöde (D, Ö)/ Max's Melodrama (UK)/ Max plays the drama (USA) - Regie: (Max Linder) - Szenario: Max Linder - Länge: 165m - s/w - Interpreten: Max Linder {Max}; Rachel Fabris {Marquise}; Maphalda {Duchesse des Haussaie}; Scapini {Diener}; Charles de Rochefort {Freund von Max} - Produktion: Pathé Frères - Katalog-Nr.: 6727/Juli 14 - UA: 6. Juni 1914 (Luxemburg/ Marzen's Cinéma Parisiana) — Weitere Auff.: 19.6.14 (Hamburg/ Bach-Theater); 4.7.14 (Prag/ Passage-Bio); 4.12.14 (Paris/ Tivoli-Cinéma)

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Max kommt diesmal in einem historischen Kostüm mit Perücke und Galanteriedegen und spielt uns eine selbstverfaßte Tragödie vor, deren Handlung so verwickelt ist, daß Max sich selber in den Hörer seines Telephons verwickelt! Dieser neue Max-Film enthält eine Reihe origineller Szenen, deren überwältigende Lachlust sich auch der ärgste Hypochonder nicht entziehen kann. Schon aus dem Titel dieses Films mag man seine komischen Effekte entnehmen. Neu ist an diesem Opus allerdings, daß Max uns als "tragischer" Schauspieler kommt, und schon deshalb wird er den großen Verehrerkreis Linders stark interessieren. G.Larse (Erste Internationale Film-Zeitung, 6.6.1914)

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He wagers that he will make an audience cry their eyes out. When his "melodrama" is produced the effect upon the audience is really farcical. (The Bioscope, Jul. 9, 1914)

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Dans un salon, au milieu de ses amis, Max récite un monologue qui produit l’effet contraire. Max en colère leur déclare: ”Je parie de vous faire tous pleurer en jouant un drame que je composerai moi-même” Le pari est accepté. Arrive la représentation. Max salue et annonce: “Un drame sous Louis XIII en 3 actes et 5 tableaux: Mise en scène: Max Linder; Le marquis de Monpitchoune: Max Linder; La marquise: Mlle Fabris; La duchesse des Haussaie: Maphalda; Un domestique: Scapini; Costumes, décors, perruques, meubles et accessoires fournis par la Comédie Française. On rit. Au premier acte, Max va décrocher le téléphone et parle pendant que sa femme légitime entre et entend: “Allô! C’est vous duchesse? Alors, c’est entendu, nous irons ensemble au meeting d’aviation. Je vous attendrai dans mon auto. Je vous adore.” Sa femme lui fait une scène et Max en perd sa perruque qu’il remet à l’envers. Tout le monde se tord. Au deuxième acte, la femme de Max arrive, fait une scène à la Duchesse et la provoque en duel. Troisième acte - Le duel a lieu. La duchesse tombe mortellement frappée. Max surgit, se jette aux pieds de la morte et d’émotion met sa perruque à l’envers. Toute la salle rit. Max jette sa perruque, prend une fiole de poison et boit à genoux devant le cadavre. Le public attend anxieux. Max mime un véritable empoisonnement. Les femmes du public ne regardent plus et ont des crises de nerfs. Max meurt dans des spasmes horribles et tombe sur le corps de la duchesse. Le public s’est évanoui de terreur et gît inanimé dans les fauteuils. Max se relève et reste stupéfait du succès. Il va chercher une douche avec laquelle il arrose les spectateurs qui reviennent à eux et… s’enfuient. Max triomphe. (Henri Bousquet, Catalogue Pathé des années 1896 à 1914, Bures-sur-Yvette, Editions Henri Bousquet, 1994-2004)

 

 

 

Eine Kopie des Films wird verwahrt in: Cineteca del Friuli (Gemona), bfi/National Film and Television Archive (London), Cineteca Nazionale (Roma), UCLA Film and Television Archive (Los Angeles), Academy Film Archive (Beverly Hills), Filmoteca de la UNAM (Mexico) Der Film war Teil der Serie "Les Films Max Linder" (TV 1995) (-"-/Max spielt Tragödie, 1914, 6:11); Der Film wurde veröffentlicht auf DVD "The Comedy of Max Linder" (Max Plays at Drama, 1913, 6:28) Ein Ausschnitt des Films ist enthalten in: L'homme au chapeau de soie (Dokumentation, 1983); Le Temps de Max (TV-Dokumentation, 2000)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Filmbeschreibungen/Kritiken:

 

Max ist ehrgeizig geworden. Sein Ruhm als Komiker genügt ihm nicht mehr, er will sich auch als dramatischer Künstler versuchen. Seine Freunde lachen ihn nicht wenig ob seiner neuesten Marotte aus und versuchen, ihn von seiner Idee abzubringen. Aber ihre Bemühungen haben nur den einen Erfolg, daß Max umso fester auf seinem Vorhaben beharrt und schließlich schlägt er eine Wette vor, daß er im Stande sei, in der Hauptrolle eines von ihm selbstverfaßten Stückes die Zuschauer zu Tränen zu rühren. Die Wette wird begeistert gehalten und Max geht sofort daran, seine Tragödie zu schreiben. Der große Tag ist gekommen, an dem die Wette entschieden werden soll. Max spielt die Hauptrolle in seiner Rittertragödie "Die Liebe im 16. Jahrhundert", deren Inhalt kurz ungefähr folgender ist: In dem großen Schloßzimmer seiner Burg sitzt Ritter Max in etwas anachronistischer Weise gerade beim Telefon, als seine Gattin Adelheid das Zimmer betritt. Ohne daß der Held es ahnen könnte, lauscht sie seinen Worten, aus denen mit einiger Gewißheit zu entnehmen ist, daß Ritter Max eben ein Rendezvous mit der Herrin des benachbarten Schlosses abmacht. Zu spät bemerkt der Ritter seine Gattin und seine ohnehin schon große Verlegenheit wird durch den Umstand vergrößert, daß er sich mit dem Telephonhörrohr in seinen wallenden Locken verfängt. II. Akt. - Die Forderung. Frau Adelheid fordert Frau Kunigunde zu einem Kampf auf Leben und Tod. III. Akt. - Das Duell. Adelheid ersticht ihre Rivalin und Ritter Max, der zu spät kommt, um das Unglück zu verhüten, nimmt an der Leiche der Geliebten - Veronal. Anfangs amüsieren sich die Zuschauer köstlich über die Unmöglichkeiten dieses Stückes, als aber am Schlusse die große Vergiftungsszene kommt und Max seine Perücke mit den Locken, die ihm lästig wurden, fortwirft, beginnt sich des Publikums eine leise Erregung zu bemächtigen. Diese Leistung unseres Max ist geradezu hervorragend. Er bemüht sich, die Augen so stark als möglich zu verdrehen, bis ihm die hellen Tränen über die Backen laufen, er windet sich in scheinbaren Krämpfen, umkrallt mit den Fingern seinen Hals, kurz, er läßt alle Mätzchen eines Schmierenkomödianten, dem die unangenehme Rolle des Sichvergiftens zugefallen ist Revue passieren. Als Max endlich glücklich gestorben ist und der Vorhang nach seinem Tod wieder in die Höhe geht, sieht der Wiedererstandene, daß das gesamte Publikum vor Entsetzen in eine tiefe Ohnmacht gefallen ist. Max hat einen glänzenden Beweis seiner hervorragenden Begabung gebracht und seine Wette gewonnen. (Pathé Woche [Wien], 1. Juli-Woche 1914)

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..., während „Max als Tragöde“ ein bisher an ihm noch völlig unbekanntes Talent offenbart. Ist auch die Handlung des letzteren Films nicht übermässig geistreich, so versteht es der treffliche Komiker doch, durch seine hinreissende Mimik die Lachmuskeln unwiderstehlich zu kitzeln. ... (Der Kinematograph Nr.389, 10.6.1914)

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Zu Anfang sehen wir unsern Max beim Deklamieren eines dramatischen Monologs; er erzielt aber bei seinen Zuhörern nur einen Heiterkeitserfolg, und um sich zu revanchieren, wettet er in seiner Entrüstung, daß er die Spötter alle zu Tränen rühren werde, wenn sie seinem Auftreten in einem von ihm verfaßten Trauerspiel beiwohnen wollten. Die Tragödie von Max heißt: "Die Liebe im 16. Jahrhundert" und hat drei Akte. Da sich Max noch nie mit Kleinigkeiten abgegeben hat und das Recht für sich in Anspruch nimmt, alle modernen Erfindungen in ein xbeliebiges Zeitalter zu verlegen, hat er sein Trauerspiel auf den Erfindungen des Telephons, des Automobils und des Aeroplans aufgebaut. Nachdem sich bei der Vorstellung die Zuschauer während des ersten und zweiten Aktes vor Lachen nicht halten konnten, zumal Max in seinem historischen Kostüm und in seiner viel zu großen Perücke, in welcher ihm zu seinem Unglück auch noch der Hörer des Telephons hängen bleibt, eine mehr als komische Figur macht, verwandelt sich am Schluß des Stückes die Heiterkeit in ein starres Entsetzen, als Max eine Giftphiole aus seiner Tasche nimmt, und sich vergiftet. Es hatte nämlich seinetwegen aus Eifersuchtsgründen zwischen zwei jungen Damen ein Zweikampf stattgefunden und eine von diesen leidenschaftlichen Liebhaberinnen ist tot am Platze geblieben. Max spielt nun die Selbstmordszene mit solch realistischer Grausamkeit, verdreht die Augen auf solch grauenerregende Weise, daß die Zuschauer vor Schreck ohnmächtig werden. Als Max dies Resultat seiner "tragischen Schauspielerei" sieht, nimmt er seitlich aus der Bühne eine Gartenspritze und kühlt mit einer kalten Douche die ohnmächtigen Zuschauer so gründlich ab, daß diese erwachen und das Weite suchen, während er, Max, als Triumphator aus dieser Tragödie hervorgeht! (Pathé Woche, 3.6.1914)

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Max Linder, der Liebling der Damenwelt, erscheint in einer neuen Film-Humoreske: "Max als Tragöde", die mit zu den besten Linder-Films gehört. Die Komik der Situation ist geschickt ausgenutzt worden, und man hat Bilder geschaffen, die die ziemlich anspruchsvolle Bezeichnung Lustspiel durchaus rechtfertigen. (Projektion, 4.6.1914)