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Max professeur de Tango

Weitere Titel: Max als Tangolehrer in Berlin (D, Ö) - Regie: Max Linder - Szenario: Max Linder - Länge: 325m - s/w - Interpreten: Max Linder {Max}; Henri Collen {Gast im Cabaret}; Charles de Rochefort {Freund im Cabaret}; Hilda May (Tanzpartnerin) - Produktion: Pathé Frères - Katalog-Nr.: 6626/Jan.14 - Drehzeit: 14.1.1914 (Berlin) - Auff.: 27. Februar 1914 (Paris/Cinéma Demours) — Weitere Auff.: 14.3.14 (Offenbach/ Schwan-Lichtspiele); 27.3.14 (Budapest/Omnia)

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In der Humoreske: Max als Tangolehrer zeigt sich uns Linder in seiner Kunstausübung in Berlin. Er tanzt Tango und hat einen Kommerzienrat so gut gefallen, daß er die Familie im Tango unterrichten soll. Max amüsiert sich in Berlin und kommt betrunken nach der Villa. Sein Katerzustand gibt Anlaß zu komischen Situationen; schließlich endet sein Unterricht damit, daß er aus der Villa geworfen wird. Besonders interessiert bei diesem Linderfilm das Berliner Milieu: Die Friedrichstraße, Unter den Linden, Reichstagsgebäude usw. Der Linderfilm reiht sich würdevoll den auserprobten Wirkungen seiner Humoreskenserie an und bringt herzhaftes Lachen beim Zuschauer hervor. PREMIERE IM U.T. (Erste Internationale Film-Zeitung, 4.4.1914)

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Max de passage à Berlin va dans un cabaret à la mode. Il invite une jeune femme à danser le tango. Ils sont applaudis. Sa performance est remarquée par le prince Stadtwarter qui lui demande de venir enseigner cette danse moderne à sa famille. Mais Max a trop fêté le vin du Rhin et s’endort sur la table. Au petit matin, il se retrouve dans les rues de Berlin. Il s’égare et c’est l’occasion d’une visite aux principaux monuments de la capitale dont le Reichstag, le jardin zoologique, etc. Max, assez éméché arrive enfin chez le prince mais là les pas qu’il enseigne à ses élèves sont d’une grande fantaisie. À la fin, il perd son soulier, le met dans sa poche et le cherche par terre; la fille aînée du prince l’aide dans ses recherches. Max lui pince le mollet et reçoit un maîtresse gifle puis est mis à la porte sans comprendre ce qui lui arrive. (Henri Bousquet, Catalogue Pathé des années 1896 à 1914, Bures-sur-Yvette, Editions Henri Bousquet, 1994-2004)

 

 

 

Anmerkung: Lange Zeit war angenommen worden, dass der Film während seines "Wintergarten"-Engagements im Jahre 1912 aufgenommen worden sei. Seine "Tournée"-Partnerin Léonora wurde deshalb auch dem Film zugeordnet (Raymond Chirat, "Catalogue des Films français de Fiction de 1908 à 1918"). Die Außenaufnahmen wurden aber erst bei der Rückkehr von seiner Rußland Tournee im Januar 1914 gemacht, und weil der Film schon einen Monat später in die Kinos kam, ist es wahrscheinlich, dass die Studio Szenen bereits während des Alhambra Gastspiels (Sept. 13) mit Hilda May aufgenommen wurden. Bousquet gibt eine Aufführung für den 6. Februar im «Eden Cinéma Pathé» in Marseille an. Die zeitliche Nähe, nur 23 Tage nach den Dreharbeiten in Berlin, wäre, zumindest für Linders Arbeitsweise, ebenso ungewöhnlich wie der Umstand, dass ein neuer Film zuerst in einem «Provinz-»Kino gestartet wird (Aufführung in Paris am 27.2.1914 im Cinéma Demours und im Ternes Cinéma). [Note: It was assumed for a long time, that the film was taken during his "Wintergarten"-engagement in 1912. His partner on that tour, Léonora, was therefore also assigned to the film (Raymond Chirat, "Catalogue of the film français de 1908 à 1918 de fiction"), but the exterior shots in Berlin were taken on his return from his tour of Russia in January 1914 instead, and since the film was released within a month, it is likely that the studio scenes were already taken around the time of his Alhambra engagement (Sept. 13) with Hilda May. The release date of Feb. 6th 1914 at Marseille’s “Eden Cinéma Pathé” is given by Henri Bousquet. The practice of releasing a film just 23 days after shooting, would be as unusual (at least by Linder’s standards) as showing a new film in a provincial cinema first. (release in Paris, Feb. 27th 1914 at the “Cinéma Demours” and “Ternes Cinéma”).]

Eine Kopie des Films wird verwahrt in: Archives du Film du CNC (Bois d'Arcy), Cinémathèque Française (Paris), Cinemateca de Cuba (La Habana) Der Film war Teil der Serie "Max Follies" (TV 1991) (10:00) Ein Ausschnitt des Films ist enthalten in: L'homme au chapeau de soie (Dokumentation, 1983); Le Temps de Max (TV-Dokumentation, 2000)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Filmbeschreibungen/Kritiken:

 

Max ist selbstverständlich mehrfach prämiierter Tangotänzer und hat es in dieser idealen Kunst so weit gebracht, daß sein Ruhm die Grenzen seines Heimatlandes überfliegt. So kommt es, daß Max, als er sich in Berlin aufhält, um das Nachtleben eingehend zu studieren, eines Tages folgenden Brief erhält: "Hochverehrter Herr! Ich bin von Ihrem Talent als Tangotänzer entzückt und würde mich sehr freuen, wenn Sie meiner Familie in diesem neuen Tanz Unterricht geben wollten. Hochachtend Graf Walzenburg." Einmal, nach einer "durchzechten Nacht", will Max sein Hotel aufsuchen, als ihm plötzlich die Idee kommt, bei der gräflichen Familie ein wenig Unterricht zu geben. Endlich kommt er in die Wohnung des Grafen, wird sehr zuvorkommend empfangen und bereut seine Idee durchaus nicht, als er des reizenden kleinen Komteßchens ansichtig wird, die ebenso wie Papa, Mama und Geschwister darauf erpicht ist, den "Tanz der Saison" zu erlernen. Aber Max war leider ein wenig zu "geladen" und bald beginnt sein bedenklicher Zustand, der aus dem Tango einen Wackeltanz macht, seinen Gastgebern aufzufallen und in logischer Konsequenz finden wir unseren armen Freund vor den Stufen des gräflichen Palais sitzen, wo die kühle Luft wohltuend seine von verschiedenen "mixed drinks" erhitzte Stirn umfächelt. (Pathé Woche [Wien], 1 April-Woche)

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Dem Zuge der Zeit folgend, hat sich Max mit Eifer auf die Erlernung des Tango geworfen und hat es darin bald so weit gebracht, daß er ein gesuchter Tangolehrer wird. Während seines Aufenthalts in Berlin (er will hier das Nachtleben gründlich studieren) erhält er eines Tages von einem Grafen Walzenburg folgenden Brief: "Ich bin von Ihrem Talent als Tangotänzer entzückt und würde mich sehr freuen, wenn sie meiner Familie in diesem neuen Tanz Unterricht geben wollten." Eines Morgens als Max nach einer durchzechten Nacht sein Hotel aufsuchen will, kommt ihm der Gedanke, der Familie Walzenburg den gewünschten Besuch abzustatten, und nachdem er sich im Berliner Großgetriebe verirrt hat, kommt er endlich in die Wohnung des Grafen, wo man ihn anfangs mit großer Zuvorkommendheit empfängt, bald aber auf seinen bedenklichen Zustand aufmerksam wird und ihn dann ganz plötzlich an die frische Luft befördert. Max ist ein Philosoph und wird deswegen Berlin nicht in schlechtem Angedenken bewahren, zumal ihm solche schnelle "Beförderungen" auch schon anderwärts passiert sind!" (Pathé Woche, 4.3.1914)

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Im U.T. Moritzplatz sah man gestern abend ... In einer anderen Humoreske zeigte sich Max, bei seinem Besuch in Berlin, als gewandter und witziger Tangolehrer, ein Film, der mit Recht viel belacht wurde. (National-Zeitung, 22.3.1914)