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Max toréador

Weitere Titel: Max als Torero (D, Ö)/ Max Linder as a Toreador (UK) - Regie: Max Linder - Szenario: Max Linder - Länge: 580m - s/w - Interpreten: Max Linder; Stacia Napierkowska, Angelina Villar, Las Mari-Marina {«Gastauftritte»} - Produktion: Pathé Frères - Katalog-Nr.: 6103/Aug.13 - Drehzeit/-ort: 24. und 28. Sept. 1912 (Barcelona, Nueva Plaza de Toros) - UA: 14. Juni 1913 (Barcelona/ Gran Cine Eldorado) — Weitere Auff.: 27.6.13 (Berlin/ Cines Nollendorf-Theater); 6.7.13 (Paris/ Olympia); 26.9.13 (Wien/ Elite-Kino)

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Max wohnt in Frankreich einem Stiergefecht bei und ist mehr als begeistert. Er will in die Arena hineinstürmen und kann nur mit Mühe von den Toreros hinausbefördert werden. Nun folgt eine Reihe zwerchfellerschütternder Situationen, in denen Max alle Künste seines Humors spielen läßt. Nachdem er einen Radfahrer als Stier benützt hat, kauft er sich eine Kuh und beginnt zu trainieren. Endlich glaubt er ein gewandter Torero zu sein und wartet nur auf die Gelegenheit, seine Geschicklichkeit beweisen zu können. Da erhält er eines Tages einen Brief aus Spanien, in dem er zu einem Wohltätigkeitsstiergefecht eingeladen wird. Er antwortet mit folgendem Schreiben: "Mein Herr! Ich werde kommen, denn ich liebe die Barmherzigkeit, die Gefahr und Spanien". Der zweite Teil dieses großartigen Filmes bringt eine Sportsensation ersten Ranges. Max fährt als Torero mit Mademoiselle Napierkowska zur Arena. Nach einem aufregenden Kampf, in dem sich Max als vollendeter Torero zeigt, gelingt es ihm unter dem Jubel der beifallsrasenden Menge den Stier zu erlegen. Auf den Schultern der begeisterten Zuschauer wird Max hinausgetragen, der bewiesen hat, daß er nicht nur ein glänzender Komiker, sondern auch ein ausgezeichneter Torero ist. (Pathé Woche [Wien], 1913)

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Another fine picture to be shown the same night, is entitled “Max as a Toredor,” with Max Linder, the popular and well-known comedian in the title role, Max's great wish is to become a Toredor, and we see him in the arena fighting the bull which creates roars of laughter. This picture was acted in Spain and the bull fight is particularly good. (Bunbury Herald, Mar. 19, 1914)

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Max assiste à une course de taureaux en France. Complètement emballé par ce spectacle sauvage et coloré, notre ami, non content de ses succès d’artiste et de mondain, veut devenir toréador. Il n’hésite pas, pour s’exercer, à introduire une vache dans son appartement du quai d’Orsay. Cette vache est débonnaire. Max a beau réitérer les passes de cape, elle reste impassible et se contente de “fumer” les fleurs du tapis. Justement, on organise à Barcelone une course de taureaux au profit des pauvres de cette ville. Max, très populaire en Espagne, est invité à prêter son concours. Toreros et toréadors viennent prendre Max, nommé directeur de la course. De jeunes Espagnoles, à l’allure cadencée, charmantes sous leurs mantilles, semblant échappées d’une œuvre de Zuloaga, président la fête. Max descend dans l’arène et une inénarrable parodie se déroule alors. Max déclaré vainqueur après la pose des banderilles et la mise à mort, est porté en triomphe. (Henri Bousquet, Catalogue Pathé des années 1896 à 1914, Bures-sur-Yvette, Editions Henri Bousquet, 1994-2004)

 

Brasil Anzeige fuer Max Toreador

"A reward for anyone who can prove that there are tricks in this film."

(Correio da Manhã, Aug. 8, 1913)

 

 

Anmerkung: Bereits am 24. Sept. 1912 hatte Max einen Stierkampf (mit Gallito and Machaquito) in Barcelona besucht: "... und entbietet den Stier an Max Linder, der die Loge 45 besetzt." (Correspondencia de España, 25.9.12). Möglicherweise sind dabei die Anfangsszenen des Films entstanden. Die am 28. Sept. 1912 entstandenen Aufnahmen wurden bereits einen Tag später auf der Bühne des TEATRE NOVETATS gezeigt. Pathé veröffentlicht einen Neuschnitt des Films im Jahr 1920. Am Ende des Films wurde eine Szene hinzugefügt, die die Stierkampfszenen der zweiten Hälte in einen Traum umwandelten: "...et se réveille dans son lit en face de la vache, qui le regarde toujours, tranquillement." (L'Echo annamite, 27.10.21)[Note: Max already went to see a bullfight (w. Gallito and Machaquito) in Barcelona on Sep. 24, 1912: "... and offers the bull to Max Linder, who occupied the box 45." (Correspondencia de España, Sep.25,12). Possibly that's when the scenes at the beginning of the film were taken. The footage taken on Sep. 28, 1912, was already shown within one day in connection with his stage act at the TEATRE NOVETATS. Pathé released a re-edited version of the film in 1920. A final scene was added, which turned the bullfighting scenes of the second half into a dream: "...et se réveille dans son lit en face de la vache, qui le regarde toujours, tranquillement." (L'Echo annamite, Oct.27,21)]

Eine Kopie des Films wird verwahrt in: Archives du Film du CNC (Bois d'Arcy), Cinémathèque Française (Paris), bfi/National Film and Television Archive (London), Österreichisches Filmmuseum (Wien) Der Film war Teil der Serie "Les Films Max Linder" (TV 1995) (-"-/Max der Torero, 1912, 12:38) Ein Ausschnitt des Films ist enthalten in: L'homme au chapeau de soie (Dokumentation, 1983); Le Temps de Max (TV-Dokumentation, 2000)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Filmbeschreibungen/Kritiken:

 

Max, der ewig Bewegliche, hat hier in dem gefährlichen Sport der Toreros eine neue Kino-Attraktion gefunden; er ist wohl noch nie mit so eigenartiger Kühnheit zu Werke gegangen, um seine unübertreffliche Kunst von einer neuen und einzigen Art zu zeigen, und sie gleichzeitig auch in den Dienst einer wohltätigen Sache zu stellen. Denn der Stierkampf, bei welchem Linder als Torero und Direktor des Kampfes mitwirkte, wird im September 1912 in Barcelona mayor vor einer zu Tausenden zählenden Menge zum Besten der Armen dieser Stadt ausgefochten. Der weltbekannte Kino-Komiker, der ganz besonders in Spanien einen großen Verehrerkreis zählt, hat gelegentlich dieses Anlasses neue Triumphe feiern können, sowohl als Mensch wie auch als Künstler. Großartige Ovationen wurden ihm gebracht und nicht zum allerletzten ist durch diese Wohltätigkeits-Veranstaltung, bei welcher einer der Matadoren des Kinos mitwirkte, die Popularität der kinematographischen Kunst selbst mächtig gefördert worden. Eine hübsche Vorgeschichte geht diesem spanischen Stierkampf Max Linders voraus. In Südfrankreich wohnte er einem Stiergefecht bei und wurde durch die Leidenschaftlichkeit der Mitwirkenden und Anteilnehmer bei solchen Veranstaltungen so begeistert, daß der, mit seinen bisherigen Erfolgen als Künstler und Weltmann nicht zufrieden, beschließt, auch als Stierkämpfer sein Glück zu versuchen. Er schreitet auch sofort zur Ausführung seiner neuen Sportidee, und ist in den Mitteln nicht wählerisch. So handelt er eine Kuh ein, wobei er auch ein Kalb mit in Kauf nehmen muß, und quält sich nun redlich ab, die Tiere durch die Straßen in seine Wohnung zu führen, oder vielmehr zu ziehen, denn er hat auf diesem Wege reichlich Gelegenheit, die Widerborstigkeit des Tiercharakters zu studieren. Obschon die Kuh von großer Sanftmut ist und in Maxens Zimmer, in das er sie mitsamt dem Kalb zum Entsetzen der Hausbewohner hinauftreibt, sich mehr mit den Blumen des Teppichs, den sie augenscheinlich für eine Grasfläche hält, beschäftigt, als sich um das rote Tuch kümmert, das Max vor ihren Augen bis zur Erschöpfung schwingt. Nachdem er so seinen vorgesehenen Zweck des Trainierens seiner schlummernden Eigenschaften zum Torero nicht von erwünschtem Erfolg gekrönt sieht, geht er bald zur Hauptaktion über und gibt freudig seine Zustimmung zur Mitwirkung an einem Stiergefecht, das in nächster Zeit in Barcelona zum Besten der Armen abgehalten wird, und wozu er vom Stierfechter-Syndikat eingeladen wird. "Ich akzeptiere," schreibt er zurück, "denn ich liebe die Barmherzigkeit, die Gefahr und das schöne Spanien." - So fährt er nach Barcelona und wird am Bahnhof von einer jubelnden Menschenmenge abgeholt. Reizende Spanierinnen geben ihm das Geleite und Max ist der Held des Tages schon vor dem Kampf. Max läßt sich von der Woge der Begeisterung tragen und als der Morgen seines ersten Auftretens als Torero kommt, wird er in das schmucke Kostüm eingekleidet, wobei er sich zusehends mehr als Spanier fühlt. Vor seinem Hause wird er von seinen neuen "Kollegen" und einer ovationslustigen Menge in Empfang genommen, die ihn nach der Arena begleiten. Ganz Barcelona ist auf den Beinen und füllt den großen Zirkus. Max steigt in die Arena und der Stierkampf beginnt. Eine höchst komische Parodie, die in dieser grotesken Form wohl noch nie erlebt worden ist, spielt sich nun ab - und alle Phasen dieses originellen Stierkampfes rollen sich mit dem bei Linder stets gewohnten Ueberraschungseifer ab. Der ganze Zirkus verfolgt das Debut Maxens als Torero mit allergrößter Spannung, die natürlich bei den heißblütigen Spaniern von spontanen Beifallskundgebungen unterbrochen wird. Zum Schluß erringt Max einen glänzenden Sieg über den Stier und aufs neue bricht bei den Tausenden von Zuschauern tosender Jubel aus. Max wird im Triumph durch die Stadt getragen - sein Traum ist erfüllt und der Rekord in der Sportleistung eines Kino-Komikers geschlagen. (Erste Internationale Film-Zeitung, 21.6.1913)

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S'il fallait dire quel est le film le plus dangereux qu'on ait jamais tourné, je crois bien qu'on n'en trouverait pas où l'artiste ait eu à développer le courage le plus immédiat, le plus magnifique sang-froid que celui où l'intrépide Max Linder descendit eu personne dans l'arène d'une plaza espagnole. Pour donner à sa bande la conclusion que voulait l'auteur, il dut tuer de sa main, sans substitution de personne, le taureau exaspéré. Disons que, peu accoutumé à l'espada, il dut s'y reprendre à deux fois. (Le Journal, 16.1.1914)

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TORÉADOR ET TAUREAU - Avec une ténacité digne d'une meilleure cause, M. Camille Devilar continue à s'acharner après la presse indigène de langue française. Après avoir essayé d'exciter contre elle nos dirigeants, avec des moyens qui procèdent d'une assez grossière psychologie, il cherche maintenant à ameriter contre elle l'opinion publique française de la colonie, trop indifférente à son gré au “péril” crée par la situation franco-annamite existant en Indochine. Je demande pardon à mon éminent confrère, ma pensée est quelque peu irrévérencieuse mais c'est plus fort que moi: le spectacle de toute cette ardeur déployée par mon confrère évoque irrésistiblement dans mon esprit un film fort amusant dans lequel Max Linder le “roi du rire” joue le principale rôle. En voici l'analyse sommaire: Max Linder revient d'une corrida, enthousiasmé de l'ovation faite au toréador, le héros du jour. L'amour de la gloire le mord au cœur; il se met en tête de devenir un héros de cirque. Prompt à saisir la balle au bond, il va faire l'acquisition d'un taureau. Mais le hasard le sert mal; il ne trouve pas de taureau, ni même de bœuf et se contente, en attendant mieux, d'une vache d'humeur trop pacifique. Il emmène la bête dans son appartement, et se met à s'exercer au noble métier de toréador. Mais il a beau agiter... une serviette devant la vache pour l'exciter, elle ne cesse de le regarder de ses gros yeux placides puis finit par lui présenter irrespectueusement sa croupe, lasse sans doute de contempler cet homme qui se démène devant elle. Sur ces entrefaites Max Linder s'endort rompu par la fatigue résultant d'un exercice auquel il n'est pas habitué... Et il se voit eu milieu d'une arène, entouré d'une multitude en délire dont il est l'idole immolant avec une maîtrise sans égale un superbe taureau. Il lève son épée pour répondre aux acclamations de la foule... et se réveille dans son lit en face de la vache, qui le regarde toujours, tranquillement. M'est avis que M. Camille Devilar veut tenir jouer aussi le rôle de toréador aux dépens de ses confrères annamites. Le rôle prête à des poses avantageuses aux yeux de la galerie. Pour le moment, nous voulons bien figurer le taureau sacrifié. Mais lorsque notre grand confrère se sera bien amusé, il nous laissera faire le toréador et lui la bête. Il est trop loyal pour ne pas admettre les règles du jeu. LÉ-THÀNH-TUONG. (L'Écho annamite, 27.10.1921)