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N'embrassez pas votre bonne

Weitere Titel: Küsse nie die Magd zum Scherz ! (D, Ö)/ Max Wishes He Hadn't (UK) - Regie: Max Linder - Szenario: Max Linder - Länge: 590m - s/w - Interpreten: Max Linder {Max}, Geneviève Chapelas? {Magd} - Produktion: Pathé Frères - Katalog-Nr.: 6448/Febr.14 - Sondervorführung: 16.12.1913 (Berlin/Lichtspiele "Mozartsaal") - UA: 27. Dezember 1913 (Luxemburg/ Marzen's Cinéma Parisiana) — Weitere Auff.: 9.1.14 (Berlin/ Lichtspiele Mozartsaal); 23.1.14 (Wien/ Rotenturm-Kino); 6.3.14 (Paris/ Pathé Journal)

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Ein Film "Küsse nie die Magd zum Scherz", schloß den Nachmittag. Max Linder, der sich wieder einmal auf dem Gipfel französischer Lustigkeit zeigte, hat sein Dienstmädchen einst geküßt, die ihm nun bei seiner Verlobung, mehr noch am Hochzeitstag Schwierigkeiten über Schwierigkeiten macht. Nicht nur in das Hotel, nein sogar auf den Bahnhof verfolgt sie den Gequälten, der sich mit seiner jungen Frau nur noch durch einen kühnen Sprung in den fahrenden Zug und in die Flitterwochen retten kann. Ein besonders erfreuliches Moment der kleinen Humoreske ist das Auftauchen eines neuen Komikers, der als Brautführer so ausgezeichnete Proben seiner Kunst gab, daß wir ihn gern als Max Linder gleichwertig ansprechen. Das Publikum klatschte beiden Bietungen vollen Beifall zu. Sp. (Erste Internationale Film-Zeitung, 20.12.1913)

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In consequence of a first kiss, poor Max finds himself claimed as a property of a persistent damsel. Even his approaching marriage does not deter the lady, who leads him a merry dance. (The Bioscope, Jan. 22, 1914)

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Pour consoler sa bonne, qui a cassé une assiette, Max a l’imprudence de l’embrasser. “La pénitence est douce” comme dans la chanson: Marie se met à casser des piles d’assiettes, et, de baiser en baiser, la bonne devient bientôt la maîtresse du logis. Sur ces entrefaites, Max se fiance; le jour du mariage arrive, sans qu’il ait eu le courage de rompre avec Marie. Il cherche le moyen de convoler sans éveiller ses soupçons. Mais comment tromper une femme jalouse? Marie, pressentant le danger, s’incruste, omet de réveiller son maître, ainsi qu’il le lui a recommandé, retarde de deux heures son réveil matin. Bref, il est 10 heures, la mariée attend son fiancé, que celui-ci est encore au lit, en train de déguster tranquillement son petit déjeuner. On lui dépêche le garçon d’honneur. Entre temps, Max, pour se débarrasser de Marie, a fait semblant d’avaler sa cuiller, et a envoyé la bonne chercher le médecin; mais celle-ci, toujours soupçonneuse, a emporté l’habit de Max, qui ne sait comment sortir de la terrible impasse où son imprudence l’a conduit. Enfin, il persuade le garçon d’honneur, bon type d’abruti, qu’il est très malade, l’engage à se coucher à sa place, endosse son habit et arrive à temps pour se marier. Tout danger, cependant, n’est pas conjuré. Il ne tarde pas à se manifester, sous forme d’une bruyante irruption de Marie pendant le repas de noces. Max prend le meilleur parti: celui de filer à l’anglaise pour son voyage de noces, tandis qu’une explication orageuse éclate entre Marie et les beaux-parents, au milieu de l’ahurissement de toute la noce. (Henri Bousquet, Catalogue Pathé des années 1896 à 1914, Bures-sur-Yvette, Editions Henri Bousquet, 1994-2004)

 

Szenenfoto N'embrassez pas votre Bonne

Szenenfoto

 

 

Anmerkung: Die Rolle der 'Magd' könnte von Geneviève Chapelas gespielt sein.― Note: The part of the servant could be played by Geneviève Chapelas.]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Filmbeschreibungen/Kritiken:

 

Max ist eine mitleidige Figur, und um seine Magd, die einen Teller zerschlagen hat, zu trösten, gibt er ihr einen Kuß. Diese Art Trost scheint dem Mädchen nicht unangenehm zu sein, denn kaum hat Max den Rücken zugewandt, als ein zweiter Teller zur Erde fällt und zerbricht! Marie schluchzt von neuem - und Max nimmt dasselbe Heilmittel zu Hilfe. Nun aber ist die Magd eifersüchtig geworden und bewacht Max, der sich einige Zeit darauf verlobt, mit Argusaugen, so daß es Max nur mit größter Mühe gelingt, ihr seine bevorstehende Hochzeit zu verheimliche. Am Hochzeitstage will er um 8 Uhr geweckt sein, aber die verschlafene Magd, die etwas wittert, stellt die Zeiger der Uhr zurück, und läßt Max ruhig weiterschlafen. Es wird zehn, halb elf, Max schläft noch immer. Die Magd hat unterdessen die beiden Kleider seines Hochzeitsanzuges versteckt. Bei der Braut herrscht eine nicht kleine Unruhe, alle Gäste sind versammelt, nur der Bräutigam fehlt! Der Brautführer wird zu Informationszwecken zu Max abgeordnet. Dieser ist unterdessen erwacht und hat seine Magd unter einem Vorwande mit einem Brief zu seinem Freund geschickt. Unterwegs öffnet die Magd den Brief und entdeckt Maxens List. Zornbebend eilt sie zu Max zurück; dieser löffelt gerade im Bett seine Suppe, und als er die Magd mit allen Zeichen der Empörung ins Zimmer hereinstürzen sieht, weiß er schon, was los ist! Um den Sturm von sich abzulenken, fängt er an, mit den Händen in der Luft herum zu agieren, macht erschreckende Grimassen und schreibt auf einen Zettel, er habe den Löffel verschluckt und Marie solle den Arzt holen! Marie läßt sich das nicht zweimal sagen! Inzwischen kommt der Brautführer an, durch den Max mit Bestürzung erfährt, daß er die Zeit verschlafen habe. Max sucht nach einer List, um doch noch rechtzeitig zur Trauung zu kommen, Da ihm die Magd die Hosen weggenommen hat, macht er den Brautführer auf dessen angeblich schlechtes und krankhaftes Aussehen aufmerksam und redet ihm zu, sich in sein Bett zu legen, während er selbst den Arzt holen wolle. Durch die gebärdenreichen Vorstellungen Maxens glaubt der gute Brautführer nun bald selbst an seine Krankheit und legt sich zu Bett. Max zieht den anderen Anzug an und gelangt endlich glücklich in das Haus seiner Braut, wo er sein Versäumnis mit der Nachlässigkeit seines Fracklieferanten entschuldigt! Alles geht gut bis zur Hochzeitstafel. Als aber alle in schönster Fröhlichkeit beisammen sind, taucht wie eine Nemesis Maxens Magd auf. Es gelingt nun Max, den aufgeregten dienstbaren Geist im Vorzimmer durch sanften Zuspruch in Schranken zu halten, und er weiß ihr vorzumachen, daß er bei seinem Freund zur Tafel geladen sei. Als dann die Magd den Schwindel durchschaut und wie ein Sturm in die Hochzeitsgesellschaft hineinwettert, ist Max mit seiner jungen Frau verschwunden, um die Hochzeitsreise anzutreten .... (Projektion, 1.1.1914)

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Max hat ein reizendes Stubenmädchen. Als sie eines Tages einen Teller fallen läßt, tröstet sie ihr galanter Herr durch einen Kuß. Die Strafe ist gelinde - Marie zerbricht noch eine Teller. Nun folgt Teller auf Teller und Kuß auf Kuß, bis schließlich Marie die unbestrittene Herrin des Hauses ist. Unterdessen hat sich Max verlobt. Aber er wagt es nicht, mit Marie zu brechen. Und so beschließt er, heimlich, ohne ihr Wissen, zur Hochzeit zu fahren. Marie aber fühlt die Gefahr und rückt seine Uhr um 2 Stunden zurück, so daß Max noch gemütlich beim Frühstück sitzt, als die Braut schon halb weinend den Verlobten erwartet. Da er noch immer nicht erscheint, wird ein Kranzelherr eiligst zu ihm geschickt. Um sich nun ruhig ankleiden zu können, simuliert Max, er habe einen Löffel geschluckt und sendet sie eiligst zum Arzt. Aber Marie, immer argwöhnischer, versteckt Maxens Kleid. Zum Glück ist Max nicht auf den Kopf gefallen. Er redet dem etwas beschränkten Kranzelherrn ein, daß er schwer krank sei und bringt ihn dazu, sich sofort niederzulegen. Nun zieht Max die Kleider des Gefoppten an, rast im Auto zur Kirche und die Hochzeit kann stattfinden. Aber der letzte schwerste Strauß bleibt noch zu bestehen. Um diesem Kampf zu entgehen, begibt sich Max sofort nach der Trauung mit seiner kleinen Frau auf die Hochzeitsreise nach England und überläßt es den Schwiegereltern, den harten Kampf auszufechten. (Pathé Woche [Wien], 4. Jan.-Woche)