[Eine Unterredung mit Max Linder.] Der bekannte französische Filmschauspieler Max Linder, der sich zu Beginn des Feldzuges nach berühmtem Muster totmelden ließ, ist - wie wir den einstigen Bewunderern seiner Komik versichern können - gesund und guter Dinge. Einem Vertreter der römischen "Tribuna" gelang es, in die elegant eingerichtete Behausung Linder's, die in der Nähe des Eiffelturms gelegen ist, einzudringen und Linder selbst zu sprechen. "Ich bin nur leicht verwundet worden", erwiderte Linder auf die besorgte Frage des Eindringlings. "Der Soldat, der mich getroffen hat, muß mich sehr gut vom Kino aus gekannt haben. Sobald ich mich wieder erholt habe, kehre ich zur Front zurück. Dann, nach Schluß des Krieges, werde ich einen besonderen Film für Deutschland stellen, ungefähr in dieser Pose!" Dabei legt er den Daumen an die Nasenspitze und bewegte die übrigen Finger lebhaft. Komiker und Journalist lachten über diesen "geistreichen Scherz", und der Besucher zog mit der beruhigten Gewißheit ab, daß Linder bis auf weiteres der Mitwelt und der Kinokunst erhalten bleibt. (Prager Tagblatt, 22.10.1914)