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Le pendu

Weitere Titel: Max will sterben (D, Ö)/ Max's Persuasive Suicide (UK) - Regie: Max Linder - Szenario: Max Linder - Länge: 305m - s/w - Interpreten: Max Linder; Jacques Vandenne - Produktion: Pathé Frères - Katalog-Nr.: 6699/Juli 14 - UA: 23. Mai 1914 (Luxemburg/ Marzen's Cinéma Parisiana) — Weitere Auff.: 29.5.14 (Berlin/ U.T.-Unter den Linden); 12.6.14 (Prag/ Passage-Bio); 28.8.14 (Paris/ Omnia Pathé)

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Auf dem letzten Programm der "Lichtspiele-Mozartsaal", die, wie bereits gemeldet, am 1. ds. Mts. ihre an Erfolgen überreiche Wintersaison beendet haben, auf dem dieswöchentlichen Programm sämtlicher "Union-Theater" und einer Reihe anderer Lichtspielhäuser Berlins steht der neueste Max-Linder-Film: "Max will sterben", eine Filmhumoreske, die so recht geeignet ist, das Publikum in lustige Stimmung zu versetzen. Dem Film liegt folgende Handlung zugrunde: Max ist wieder einmal in einen kleinen Liebeskonflikt verwickelt, er liebt Marga, wird aber von deren Vater abgewiesen, weil dessen Bewunderung für einen Filmhelden nicht so weit geht, um ihm seine Tochter zu geben. Nun wird unser Max tragisch und will sich aus Liebeskummer, verletzter Eitelkeit und aus Verzweiflung über die Abweisung, die ihm in so schroffer Form noch nie passiert ist, töten. Er überlegt sich aber schließlich doch die Sache, denn gerade für ihn mag es nicht leicht sein, vom Leben freiwillig Abschied zu nehmen, und nun kommt er in seinem erfinderischen Genie auf einen Gedanken, wie ihn eben nur "Max" finden kann. Er geht in seinen Park und hängt sich scheinbar an einem Baum auf; den Strick aber hat er um seine Arme gezogen, und eine kleine Schleife lose um den Hals gelegt, so daß ihm wirklich nichts passieren kann! Als sein Diener herbeieilt, schreit er ihm zu, daß er die Polizei holen soll. Die Polizei erscheint, Max wird abgeschnitten und war natürlich noch nie so gesund wie jetzt, wo er vom Strick herunterstieg. Vom Polizeikommissar über den Grund zum Selbstmord befragt, bekennt Max seine unglückliche Liebe. Der Kommissar hat Mitleid mit ihm und begleitet ihn zu dem Vater Margas: dieser läßt sich aber auch durch den Selbstmordversuch Maxens nicht beeinflussen, und sagt von neuem nein. Da schlingt Max den Strick, den er mitgeschleppt hat, um den Kronleuchter herum und führt von neuem seine Selbstmordkomödie vor. Angesichts dieses neuen Ausbruchs von Maxens Verzweiflung, auf die der alte Herr glatt hereinfällt, läßt er sich bestimmen, Max als Schwiegersohn anzunehmen. Daß sich der zweimal getötete Max und Marga hinter dem Rücken des alten Herrn ins Fäustchen lachen, entspricht ganz dem Charakter dieses neuen Sujets. Die komischen Situationen und drolligen Pointen dieses wirklichen Schlagers lösen beim Publikum immer wieder stürmische Heiterkeit aus. (Projektion, 4.6.1914)

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Max is refused permission by his father to marry the girl of his heart, and resolves to commit suicide. Hanging himself on a tree, he sends his servant for assistance, but his father remains obdurate to the last. (The Bioscope, Jun. 11, 1914)

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Max est amoureux de May. Il se décide à demander sa main à son père le baron Lebourru. À la lettre de Max demandant la main de la jeune fille, le baron lui répond que jamais sa fille n’épousera un “artiste cinématographique”. Max part en pleurant. Il veut se tuer. Il se décide pour la pendaison. Il se pend dans le parc. Le domestique et le jardinier à sa vue vont chercher les autres domestiques qui vont chercher des agents qui vont chercher le commissaire. Ce dernier dépend Max qui lui explique pourquoi il s’est pendu. Alors, le commissaire va voir le baron et lui demande la main de sa fille pour Max. Nouveau refus. Max alors, se pend au lustre. Le baron enfin se laisse fléchir. (Henri Bousquet, Catalogue Pathé des années 1896 à 1914, Bures-sur-Yvette, Editions Henri Bousquet, 1994-2004)

 

  Szenenfoto Le Pendu

  Szenenfoto [Quelle: Fondation Jérôme Seydoux-Pathé]

 

 

Anmerkung/Note: Remake of Le Pendu (1906)

 

 

 

 

Weitere Filmbeschreibungen/Kritiken:

 

Max hat nun einmal das Pech, bei den präsumtiven Schwiegervätern nicht so wirken zu können, wie bei deren Töchtern. Eine reizende, junge Dame, die Tochter eines reichen Rentiers, hat sein leicht entzündliches Herz in Flammen gesetzt und oft wartet Maxens Auto an einer Straßenecke, an der Ellen von ihrer Musikstunde vorbeigehen muß; dann wird die strenge Aufsichtsdame mit einer Ausrede fortgeschickt und Ellen schlüpft in Maxens Auto, der sich beeilt, die Vorhänge herabzuziehen. Schließlich faßt sich Max ein Herz und macht sich auf den Weg, um Ellens gestrengen Herrn Papa um die Hand der Geliebten zu bitten, Aber der arme Max wird sehr ungnädig oder besser gesagt überhaupt nicht empfangen, denn der Diener überreicht dem Unglücklichen im Auftrage seines Herrn folgendes Schreiben: "Mein Herr! Ich will meine Tochter einem Manne zur Frau geben, von dem ich die Garantie habe, daß er mein Kind glücklich zu machen versteht. Der Umstand allein, daß Sie in Kinokomödien auftreten, kann mir diese Garantie nicht verschaffen. Als Max in seinem Junggesellenheim ankam, verlangte er von seinem Diener zunächst einen Revolver. Aber zu unserer Beruhigung läßt er den Plan, sich das Leben zu nehmen, unausgeführt, da ihm eine andere unblutigere Idee gekommen war, sein Liebesleid zu stillen. Nach einer kurzen Besprechung mit seinem Diener verläßt Max seine Wohnung und eilt in den Wald, der an die Villa des hartherzigen Vaters angrenzt und hängt sich dort an einen Baumast - aber wohlweislich so, daß ihm nicht viel geschehen kann. Natürlich hat der Diener die Aufgabe, das gesamte Personal der benachbarten Villa aufzurebellieren. Bald kommen: Koch, Gärtner, Diener, Stubenkätzchen und sogar die hohe Obrigkeit. Max, der sich anstrengt, möglichst furchterregend zu röcheln, wird vom Baum heruntergeholt und in die Villa des Rentiers gebracht, dessen Eisrinde bei den Gluten einer so opferfreudigen Liebe zu schmelzen beginnt, so daß wir am Schlusse dieses Films zu seiner Verlobung gratulieren dürfen. (Pathé Woche [Wien], 2. Juni-Woche 1914)

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Pfingsten das "liebliche Fest", ist gekommen! Aber ach, wie sieht es in der Natur aus. Trübe Aussichten sind's, die unser harren, nichts als Regen und Kälte, daß einem die Melancholie mit aller Macht packen und zum griesgrämigen Kopfhänger machen kann. Da ist es nur recht und billig, daß man sich auf alle Art aufheitern läßt. Und diesem löblichen Wunsche tragen die U.-T.-Lichtspiele in reichstem Maße Rechnung, indem sie in ihrem neuen Pfingstprogramm dem tollsten Humor die Zügel schießen lassen. Man muß lachen, und das hilft über trübe Gedanken hinweg! Allen voran sorgt Max Linder für die Erschütterung der Lachmuskeln in dem Film "Max will sterben!" Max der ewiglustige, er ist traurig, sein Herz droht zu brechen, er will sterben; die Erwählte seines Herzens wird ihm verweigert, denn der Vater teilt nicht den Enthusiasmus des Töchterchens für den "Filmhelden". Das erträgt Max nicht, ein Ende muß sein, ein Ende mit Schrecken. Aber wie? Das große Küchenmesser ist doch recht spitz, außerdem leidet darunter die Kleidung, der Revolver knallt, - Max hat Nerven -, bleibt der Strick, denn das Wasser ist kalt und naß, also ein Strick muß es sein. Und so geschieht es auch, im Park seiner Villa erhängt er sich. Wenn der Anblick eines Erhängten auch wenig Reize bietet, unseren Max geniert es nicht mehr, seine Qual soll enden. Aber ach, er wird gefunden und abgeschnitten. Max lebt, doch der strenge Vater läßt sich nicht bezwingen. Also Wiederholung des Selbstmordes mit Hilfe des hellstrahlenden Kronleuchters, da hängt er nun, - ein Anblick zum Erbarmen, der Vater ist bezwungen, sie liegen sich in den Armen! Diesem fröhlichen Film schließen sich die übrigen ebenbürtig an, ... (National-Zeitung, 31.5.1914)

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Max est très amoureux. Mais le baron, père de la très jolie May, ne veut pas donner la main de sa fille à un artiste cinématographique. Max pense que le baron se laissera quand même fléchir par son désespoir. Il simule un suicide avec la complicité d'un vieux domestique. Il se pend à un arbre de son jardin «par son habit». Les voisins accourus aux appels de Baptiste apercevant les geste désordonnés du pendu, vont prévenir les gendarmes. Et l'histoire de la chanson recommence. Le pendu est dépendu devant les autorités enfin rassemblées. Le commissaire bon enfant, apitoyé par le récit désespéré de Max, essaie de fléchir le baron. Peine perdue. Aussi Max veut-il recommencer tout de suite. La suspension du salon remplacera la branche fatale. Mais la jolie May survient. Le baron se laisse enfin attrendir. Et l'on partage gaiement la corde qui porte bonheur. Montmartre a tenté Max Linder. C'était assez logique. Il sait admirablement élargir son talent quand il le faut et la minutie avec laquelle il dit ce qu'il veut garde un caractère d'originalité profonde. (Le Journal du Ciné-Club, 27.2.1920)